Ist der Versicherungsmakler der bessere Immobilienmakler?

Versicherungs- und Immobilienmakler teilen sich nicht nur einen Namensteil, sondern stehen auch vor ähnlichen Herausforderungen. Zusätzliche Geschäftsfelder sind daher gern gesehen. Für Immobilien gibt es dabei gute Gründe. Ist der Versicherungsmakler am Ende sogar der bessere Immobilienmakler?

Immer mehr Versicherungsmakler erweitern Ihre Dienstleistung um den Bereich der Immobilienvermittlung, also der Tätigkeit eines Immobilienmaklers. Die Gründe dafür sind vielfältig: Versicherungen & Immobilien passen sehr gut zusammen, eignen sich doch beide Bereiche zur privaten Altersvorsorge. Im Alter mietfrei zu wohnen oder über zusätzliche Mieteinnahmen zu verfügen ist zweifelsfrei von Vorteil. Allerdings nur auf Immobilien zu setzen, ohne dabei ausreichende Vorsorge in Form von Absicherung von biometrischen Risiken zu betreiben, wäre nicht ausgewogen.

Fehlende Risikosensibilisierung

Für die Themen rund um die Immobilien gibt es den klassischen Immobilienmakler. Für den Vorsorgebereich gibt es den Versicherungsmakler. Doch wer sensibilisiert Käufer oder Verkäufer zum Thema Absicherung im Todesfall, der Arbeitskraft, oder der Altersvorsorge? Der reine Immobilienmakler erfahrungsgemäß eher nicht.

Ganzheitliche Mehrwerte

Ganz anders der Versicherungsmakler. Dieser spricht die benannten Themen bereits im Vorfeld an und kann dem Interessenten dabei ganzheitliche Mehrwerte bieten. Vor allem bekommt der Versicherungsmakler die Chance, eine langfristige und beständige Kundenbindung aufzubauen. Bei vielen Immobilienverkäufen endet für den Immobilienmakler die aktive Kundenbindung beim Notar oder spätestens bei der Übergabe. Für den Versicherungsmakler fängt sie jetzt erst richtig an.

Kontakte ja, Folgegeschäft nein

Schon in den frühen 90ern fand ich es als Immobilienmakler oft schade, wenn der Beurkundungstermin vorüber war. Man überreichte dem Käufer beim Notar noch einen Strauß Blumen oder eine Flasche Sekt. Die Geschäftsbeziehung endete dann in vielen Fällen. Hin und wieder wurde ich zu einer Einweihungsfeier eingeladen, wo sich zwar private Kontakte und Freundschaften ergaben, doch wer verkauft sein Haus erforderlichenfalls wieder?

Kooperationsvereinbarungen in der Praxis schwierig

Bereits damals hatte das bundesweit tätige Immobilienunternehmen, für welches ich tätig war, die Idee, Immobilien und Finanzdienstleistungen zu vermitteln. Dies geschah im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen. Allerdings haben diese in der Praxis nicht wirklich gut funktioniert. Eine Erfahrung, die ich Jahre später auch im Rahmen meines Unternehmens nochmals machen sollte.

Starke interne Ergänzung

Erst als wir uns dazu entschieden hatten, die externen Immobilienkooperationen zu beenden und es selbst zu machen, wurde ein Schuh draus. Und was für einer. Einige Versicherungskunden unseres Bestandes wurden zeitnah zu Immobilienkunden und eine Vielzahl von Immobilieninteressenten freuen sich über unseren Service im Versicherungsbereich. Heute bin ich froh, diesen Weg gegangen und auch Mitglied des BVFI – Bundeverband für die Immobilienwirtschaft geworden zu sein. Dort erhalte ich zusätzliche Unterstützung für die Optimierung meines Geschäftes.

Positive Tendenz

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Ob der Versicherungsmakler zukünftig auch der bessere Immobilienmakler sein wird, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall partizipiert der Kunde von den Mehrwerten und Lösungen, die ein Versicherungs- und Immobilienmakler anbieten kann. Es wird in Zukunft sehr spannend sein, zu sehen wie sich Versicherungsmaklerunternehmen im Immobilienbereich positionieren. Eine positive Tendenz zur Immobilienvermittlung für Versicherungsmakler ist gegeben. Weitere Versicherungsmaklerunternehmen gehen bereits diesen Weg mit sehr guten Erfolgsaussichten.

Andreas Brauer - 12.09.2016