Innenprovision is King!

Bei Besichtigungsterminen werde ich die letzte Zeit immer öfters von Kaufinteressenten gefragt, weshalb sie bei uns keine Maklerprovision zahlen müssen. Das kommt bei potentiellen Käufern immer gut an. Und nicht nur bei unseren Käufern, sondern auch bei den jeweiligen Finanzberatern, wenn es um das Thema Baufinanzierung geht. Hier zwei Beispiele aus der täglichen Praxis:

„Herr Brauer, meine Bankerin hat mir schon vor dem Termin gesagt, dass sie es gut findet, dass Sie das Haus ohne zusätzliche Maklerprovision anbieten.“

„Herr Brauer, ich finde es toll, dass Sie sich vom Verkäufer bezahlen lassen. Weshalb machen die anderen Makler das nicht auch so?“

Die erste Aussage aus Sicht der Bankerin erklärt sich von selbst. Da unsere Vergütung durch den Verkäufer erfolgt, muss keine Maklerprovision von der Bank mitfinanziert werden. Diese Summe kann stattdessen schon für Renovierungskosten eingeplant werden. Die zweite Frage kann ich leider nicht beantworten. „Da müssen Sie die Kollegen fragen“, lautet meine Antwort.

Nur wenige Immobilienmakler arbeiten mit der sogenannten Innenprovision. In unserer Region sind wir am Markt die Ausnahme. Wir lassen uns aus Überzeugung generell nur vom Verkäufer vergüten.

Ein Alleinstellungsmerkmal, das aus meiner Sicht unschlagbare Vorteile mit sich bringt.

Das Argument, welches stets gegen die sogenannte Innenprovision genannt wird, dass die Provision ja im Kaufpreis steckt und der Käufer Mehrkosten durch eine höhere Grunderwerbsteuer und Notarkosten zu tragen hätte, lasse ich nicht gelten. Diese Kosten werden bereits im Vorfeld in der Vergütungsvereinbarung mit dem Verkäufer berücksichtigt, bzw. abgezogen. Und ob der Verkäufer uns erst aus dem Erhalt des Kaufpreises oder von seinem Tagesgeldkonto vergütet, macht für uns keinen Unterschied.

Der Käufer zahlt somit nicht mehr wie zuvor. Der Verkäufer hat den Vorteil, dass sich der Verkaufsprozess seiner Immobilie nachweislich beschleunigt.

Betrachten wir das ganze aus einem ganz anderen Standpunkt: Wer verursacht die Vertriebskosten im Wesentlichen? Der Käufer oder der Verkäufer?

Der Käufer hat mit dem Makler vereinfacht dargestellt, 1-2 Besichtigungen, einige Telefonate und den anschließenden Notartermin. Für den Verkäufer hingegen wird in der Regel zunächst eine Wertermittlung durchgeführt, es müssen Akten angelegt, die EDV eingepflegt und Exposés erstellt werden. Darüber hinaus sind bei einer Mehrzahl von Interessenten mehr Besichtigungstermine notwendig, bis eine Immobilie veräußert ist. Daher vertreten wir die Auffassung, dass die Innenprovision nicht nur vorteilhafter für alle Seiten, sondern bei einer preisgerechten Vergütungsgestaltung auch wesentlich fairer ist.

Deshalb schwimmen wir gerne gegen den Strom und behaupten mal: Innenprovision is King! Nur die richtige Umsetzung will gelernt sein.

Andreas Brauer - 04.05.2016